Daniel Patyk │ bib-Absolvent │ Studiert jetzt Game Development an der DAE Howest University in Belgien

Oh Mann, wäre es interessant gewesen in der Anfangsphase, den 80ern und 90ern, der großen Spieleschmieden wie Electronic Arts, Ubisoft oder Blizzard dabei sein zu können, denn zu der Zeit hätte ich noch einfach als Quereinsteiger einsteigen können um meinen Traum zu leben: Computer- und Konsolen-Spiele zu entwickeln. Denn gerade in der Anfangszeit sind viele der älteren Generation auf Umwegen in die Spiele-Branche gekommen, da es noch keinen direkten Ausbildungsweg gab.

Wie ich waren viele dieser Leute spielebegeistert, egal ob es um technische Funktionalität oder das Interesse an dem Spiele-Konzept ging. Viele dieser Enthusiasten entschieden sich dann wie ich auch eine Ausbildung und/oder ein Studium in der IT zu beginnen oder sie lernten Hobbymäßig programmieren. Natürlich gab es damals noch keine direkte Ausbildung zum Game Developer, weswegen es für diese Spieleliebhaber, nicht so leicht war zu lernen wie man Spiele programmiert oder seine vorhandenen modded (zu Deutsch: modifiziert) um sich dann damit selbständig zu machen oder einer Firma beizutreten.

Ganz anderes sieht es heute aus, programmieren ist kein Hexenwerk mehr und eine Programmiersprache zu erlernen ist einfacher als jemals zuvor, dank des Internets.

Viele junge Menschen, wie auch ich, fangen an ihre Lieblingsspiele zu modden und zu verändern oder zu lernen wie man in einfachen grafischen Umgebungen kleine Spiele schreibt. Ich habe zum Beispiel am Gymnasium in der 7. oder 8. Klasse angefangen kleine Lego-Roboter zu programmieren und seitdem hat mich das Programmieren generell nicht mehr losgelassen. Deswegen fing ich an, den IT-Kursen der Schule beizutreten und in diesen lernten ich z.B. mit der Software Scratch mit einfachen Programm-Bausteinen kleine Spiele zu programmieren, darunter Space Invaders und ein Zwei-Spieler Tank Game. Für jeden Interessierten besteht heutzutage die Möglichkeit in kostenlosen Engines (Entwicklungsumgebung speziell für Spiele) primär „Unity“ und „Unreal Engine“ Spiele mit 3D oder 2D Umgebung zu erschaffen. Diese Engines bieten einen einfachen Einstieg in die faszinierende Welt der endlosen Möglichkeiten der Spieleentwicklung einzutreten. Ich bin immer wieder erstaunt davon, wie schnell sich diese Engines weiterentwickeln und uns Entwicklern mehr und mehr Tool und Möglichkeiten geben unser Ziel schneller zu erreichen oder es noch schöner aussehen zu lassen.

Die mit diesen Engines entstandenen Spiele verblüffen einen immer wieder aufs Neue.

Auch Anfänger, wie ich damals können mit YouTube-Tutorials und kostenlosen Assets (Spieleinhalte, wie 3D-Modelle, Scripte, Animationen, Shader, etc.) aus dem Asset Store von Unity oder dem Marktplatz von Unreal schnell kleine Spiele zusammenbauen und einfache Scripte programmieren.

Ich habe z.B. mal mit einem Freund versucht in Unreal Engine 3 ein Spiel zu entwickeln, da es für die Engine zu der Zeit allerdings nicht besonders viele und gute Tutorials gab, war unser Projekt schnell zum scheitern verurteilt. Heute sieht das anders aus, gerade Unity legt viel Wert darauf, dass sich die Entwickler selbst alles aus deren Anleitung beibringen können und auch Unreal scheint dem Trend zu folgen.

Trotzdem wäre es für mich heutzutage schwierig mit all diesen Möglichkeiten eine solide Basis und Workflow aufzubauen, zum einen ist es nicht leicht all diese Informationen selber zu sammeln und das wichtigste und aktuellste daraus zu ziehen und zum anderen wandelt sich das lange währende Prinzip der Objekt-Orientierten-Programmierung zur Datengesteuerten-Programmierung (engl.: Data-Driven-Programming), was es nicht einfacher macht für Anfänger durch den Informations-Dschungel einen Weg zu finden.

Um auf diesen verworrenen Informationspfaden die Wichtigkeit von Strukturmodellen und dem modularen Arbeiten zu lernen empfiehlt es sich heutzutage eine direkte Ausbildung zum Game Developer zu machen, sofern man sich sicher ist, dass man Game Developer werden möchte. Außerdem sollte man, um in Firmen bestehen zu können auch den Workflow und die Arbeitsweise des artistischen Game-Ausbildungsganges kennen, da es einem deutlich hilft in der Zusammenarbeit mit den Artists. Auch ist es praktisch, wenn man sich selbständig machen möchte oder mal eben Platzhalter für das Spiel braucht.

Um diese Workflows und wichtigen Konzepte zu lernen, kann ich eine Ausbildung am bib nur empfehlen. Nach meiner Ausbildung am bib habe ich das anschließende Studienangebot angenommen und studiere an der DAE Howest University in Belgien, einer der besten Universitäten in Sachen Games Weltweit im Jahr 2017/2018 und wahrscheinlich auch in der Zukunft und erfülle damit weiter nach und nach mein Traum. 

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