Fabian Mattheis hat nach seinem Abitur am bib Hannover den Gestaltungstechnischen Assistenten gemacht, dann in Southampton den Bachelor für Kommunikationsdesign erworben und ist nun an der FHDW Hannover, um seinen Master in Marketing draufzusatteln. Wir haben ihn interviewt.

Fabian, was genau ist Kommunikationsdesign und wieso wolltest du ein Kommunikationsdesigner werden?

Kommunikationsdesign ist ein sehr vielseitiges Feld, was zum einen die Grundlagen in vielen Bereichen schafft, zum anderen allerdings auch eine gewisse Spezialisierung zulässt. Man beschäftigt sich mit allen relevanten Themen der Medienlandschaft und findet so auch neue Interessengebiete und Hobbys.

Für mich gab es nach dem Abitur eine Vielzahl an Themen, die für ein Studium in Frage kamen. Neben Neuro- und Sportwissenschaften konnte ich mich auch schon immer für gute Werbung und spannende Kommunikationskonzepte begeistern. Ich wollte verstehen, wie Unternehmen ein Image aufbauen können, welches den Produktpreis in den Hintergrund rücken lässt und den Kaufprozess in eine emotionale Entscheidung verwandelt.

Das ist spannend. Du hast dich dann letztendlich für Kommunikationsdesign entschieden. Nun gibt es ja auch andere Möglichkeiten, einen Bachelor of Arts in Kommunikationsdesign zu erwerben. Warum hast du ausgerechnet das bib International College gewählt?

Das bib International College bot mit einem Studienstart im September noch vor anderen Hochschulen einen Einstieg ins Studienleben. Aus diesem Grund habe ich eine Testphase gestartet, mit der Option, auf eine andere Hochschule zu wechseln. Viel entscheidender als der Grund für den Studienbeginn waren daher meine Gründe zu bleiben:

Hauptgrund – und aus meiner Sicht der einzig wirklich relevante – sind die Dozenten und ihre Studieninhalte. Relativ viele Praxisprojekte während des Studiums erfordern eine sehr persönliche und individuelle Betreuung, was durch die kleine Kursgröße immer sehr gut funktioniert hat. Dadurch, dass viele der Dozenten hauptberuflich in der Berufswelt aktiv sind, hatte ich immer das Gefühl, aktuelle und relevante Themen zu lernen. Besonders der Bereich Kommunikationsdesign muss sich an die wandelnde Medienlandschaft anpassen und erfordert daher Dozenten, die auf dem aktuellsten Stand sind. Durch die Kombination von Ausbildung und Studium kann ich mich sowohl wissenschaftlich als auch handwerklich mit den Themen auseinandersetzen.

Und das hat aufgewogen, dass das bib International College als private Schule monatlich Geld kostet?

Verständlicherweise sind die Kosten oft ein Kritikpunkt im Vergleich zum staatlichen Pendant. Ich bin allerdings der Meinung, dass zuvor genannte Punkte an einer staatlichen Universität nicht in dem Umfang geleistet werden können.

Anschließend bist du an eine Partneruniversität des bib International College gegangen, die Solent University in Southampton. Warum hast du dich für Southampton entschieden und nicht zum Beispiel für das Griffith College in Dublin? Ist Dublin mit seiner umfangreichen Pub-Kultur für junge Leute wie dich nicht eigentlich viel reizvoller als Southampton?

Die Entscheidung für die Southampton Solent University war eine vergleichsweise einfache, rationale Entscheidung, die in zwei Punkten zu begründen ist: Zunächst habe ich mich mit dem älteren Jahrgang über Erfahrungen in der englischen Stadt ausgetauscht. In den Gesprächen wurde mir versichert, dass Southampton die beste Wahl für meine Studienrichtung darstellt. Dieser Meinung war auch der Großteil meines Studiengangs in Hannover, sodass wir fast in ganzer Stärke das Auslandssemester begannen, womit auch Grund zwei erklärt wäre.

Die Solent University bietet viele Möglichkeiten der Spezialisierung. Was genau hast du dort studiert?

Nach dem Erlernen der Grundlagen erfolgte in den letzten Semestern in England nun die Spezialisierung auf selbst gewählte Themenschwerpunkte. Neben vorgegebenen Kursen wie »Reading Contemporary Culture« und »Creative Advertising« hatte man in sogenannten »Options« die Wahl zwischen einer Vielzahl an Themenfeldern. In meiner ersten Wahl habe ich mich für eine Zusammenarbeit mit Solent Creatives entschieden. Dies ist eine mit der Hochschule kooperierende Agentur, die Aufträge an Studenten ausschreibt. Im Rahmen dieses Projektes hatte ich die Gelegenheit, als »Front of House Manager« ein kleines Team beim Planen und Organisieren einer Charity Fashion Show im Grosvenor Casino Southampton zu leiten.

Auf der anderen Seite hatte ich für mich entschieden, die Weiterbildung in Richtung Marketing zu beginnen, indem ich mich für Direct and Digital Marketing einschrieb. So konnte ich bereits eine gute Grundlage für den Beginn des Masters legen.

Wie man sieht, ist Kommunikationsdesign ein sehr wandelbares Thema und kann in der Praxis für jeden andere Schwerpunkte bieten.

Hat dich der Unterricht, den du zuvor am bib in Hannover erhalten hattest, gut auf das Studium in Southampton vorbereitet?

Für Viele ist der Schritt zu einem Auslandsstudium sicher mit großer Überwindung verbunden, da zu den Herausforderungen des Hochschulalltags nun auch das wissenschaftliche Arbeiten in einer Fremdsprache hinzu kommt. Durch die Vorlesung am bib wurde ich fachlich sehr gut auf diese Aufgabe vorbereitet, sodass ein gutes Grundverständnis für die englische Sprache geschaffen wurde. Für flüssige Dialoge mit Kommilitonen und Dozenten sollte man sich allerdings unbedingt auch außerhalb des Studiums mit der englischen Sprache beschäftigen. Das kann beispielsweise ein englisches Buch oder Artikel sein. Wer sich ernsthaft mit dem Thema Onlinemarketing auseinandersetzt, kommt ohnehin nicht um das Lesen englischer Beiträge herum.

Gibt es denn Arbeiten von dir, die wir sehen können?

Bereits während meiner Schulzeit habe ich mich stets für audiovisuelle Aufnahmen interessiert. Am bib kam dann durch einen Kurs später auch das Thema Fotografie hinzu, sodass ich beides als Hobby und kleinen Nebenverdienst betreiben kann. Im Rahmen dieses Hobbys habe ich bereits einige Videos produziert, wie beispielsweise das Making-Of zu einer Kinospot-Produktion der FHDW Hannover:

Du bist gleich im Anschluss an deinen Bachelor nach Hannover zurückgekehrt und sattelst nun bei der hiesigen FHDW einen Master auf. Wie genau nennt sich der Studiengang und was erlernst du dort?

Wie bereits erwähnt, habe ich zum Ende meines Bachelors erkannt, dass ich mich weiter mit dem Thema Marketing auseinandersetzen möchte. Aus meiner Sicht ist die Verbindung aus Design im Bachelor und Marketing im Master eine vergleichsweise seltene, aber auch gleichzeitig hochattraktive Mischung für Unternehmen und Agenturen. Für mich ist der Studiengang Marketing und Vertriebsmanagement an der FHDW Hannover perfekt, weil ich auch den Themenbereich Vertrieb extrem interessant finde und dieser nicht nur im Agenturgeschäft eine hohe Relevanz für mich haben könnte.

Die FHDW Hannover ist schon wieder eine private Fachhochschule und kostet erheblich mehr Geld als eine staatliche Fachhochschule. Welchen Vorteil siehst du in diesem privaten System?

Mit meinen Erfahrungen am bib und an der SSU bin ich der Meinung, dass eine öffentliche Hochschule zwei Vorteile gegenüber einer privaten Hochschule hat. Zum einen sind es natürlich die Kosten, zum anderen hat man an einer Universität ein deutlich ausgeprägteres Campusleben. Da ich das klassische Studentenleben mit großem Campus, Unisport und Studentenwohnheim in England bereits erleben konnte, zählt für mich nur noch die bestmögliche Weiterbildung im Master. Die Tatsache, dass ich erneut eine private Hochschule gewählt habe, spricht dann wohl für sich, dass sich die Investition in meinen Augen gelohnt hat.

Weißt du schon, was du in den ersten Jahren nach deinem Master machen willst?

Die Frage nach meiner beruflichen Zukunft ist tatsächlich aktuell sehr schwer zu beantworten, weil ich noch sehr viele Möglichkeiten in Betracht ziehe. Ein logischer Weg könnte sicherlich in die Marketingabteilung eines Unternehmens führen. Auf der anderen Seite könnte ich mir auch eine Tätigkeit im Vertrieb sehr gut vorstellen.

Aktuell interessiere ich mich auch sehr für das Thema Start-up und Unternehmensgründung und sammle dort in ersten Projekten meine Erfahrungen.
Es ist also noch sehr viel denkbar und bleibt für mich in nächster Zeit ein spannendes und relevantes Thema.

Wir wünschen dir viel Erfolg und danke für dieses Interview!

Foto: privat

Schreibe einen Kommentar